Ein Mann hebt einen Sattel auf ein Pferd.16.09.2021  -  Der Nürnberger Jürgen Dirrigl hat Großes vor: Von Crailsheim bis zur Chinesischen Mauer soll es gehen und zwar auf dem Pferd. Ein 35-tägiger Testritt soll zeigen, ob Mensch und Tier gut auf die Strapazen der Reise nach China vorbereitet sind.
Für Jürgen Dirrigl ist es das Abenteuer seines Lebens. Seit einem Jahr plant der 52-jährige Nürnberger seine Reise entlang der neuen Seidenstraße bis zur Chinesischen Mauer, und das auf dem Pferd. Liebevoll streicht er über das beigefarbene Fell seines 13 Jahre alten Andalusier Wallachs "Peu". "Ich glaube nicht, dass er ahnt, was auf ihn zukommt. Er geht zwar gern raus, ist unterwegs, kann Strecke machen, das haben wir ja geübt. Aber was da auf ihn zukommt, ich glaube, davon wird er nicht in seinen kühnsten Träumen träumen", sagt Jürgen Dirrigl schmunzelnd.

Testritt vor dem Abenteuer "Chinesische Mauer"
Doch bevor Jürgen Dirrigl mit seinem Andalusier durch zahlreiche Länder reitet, startet er mit einem Testritt entlang des Grünen Bandes Deutschland. Vom oberfränkischen Hof bis nach Lübeck zur Ostsee geht es rund 900 Kilometer quer durchs Land.
Sein Ziel ist es, etwa 30 Kilometer pro Tag zurückzulegen, wobei jeder fünfte ein Pausentag ist. Gepäck sei nur wenig erlaubt. Er werde nur das in seinen Packtaschen transportieren, was für den Tagesbedarf auch wirklich nötig sei, sagt Dirrigl. Damit komme er auf circa acht Kilo. Der Rest wird vom Begleitfahrzeug transportiert, das er jeden Abend anreitet.

Oldtimer Expeditionsfahrzeug begleitet die TourImmer mit dabei ist der 37-jährige Emanuel mit seinen zwei Hunden. Er wird Jürgen und "Peu" auch schon auf ihrem Weg zur Ostsee begleiten. Denn das ist die Generalprobe für den Ritt zur Chinesischen Mauer. Rund 17.900 Kilometer wird Dirrigl dann unterwegs sein und dabei 19 Grenzen passieren.
Während ihres Trips wird sich Emanuel um Schlafplätze und die Versorgung des Wallachs kümmern. Denn spätestens ab Ostanatolien werde das Futter in freier Wildbahn knapp, sagt Dirrigl. Deswegen seien immer 300 Kilogramm Heu und 450 Liter Wasser mit an Bord des Oldtimer-Expeditionsfahrzeugs, das Emanuel während des Trips fährt.

900 Kilometer auf dem Pferd gegen Blutkrebs
Neben der Chinesischen Mauer hat Jürgen Dirrigl noch ein zweites Ziel. Er will auf seiner Reise 10.000 neue Stammzellenspender gewinnen und hat einige Typisierungsaktionen auf seiner Route geplant. Den Anstoß gab die schwere Erkrankung einer Freundin. "Sie ist an Leukämie erkrankt und wird unsere Abreise vermutlich auch nicht mehr erleben, weil es keinen Spender gab", sagt Dirrigl.
Leider sei es noch immer so, dass viele Menschen nicht wüssten, dass ein Wangenabstrich ausreiche, um sich typisieren zu lassen und dass Knochenmark ambulant übers Blut entnommen werden könne. Eine Stammzellenspende sei also kein großes Ding, so Dirrigl weiter. Für seinen Ritt an die Ostsee hat der ehemalige Journalist rund 35 Tage eingeplant.

Die Menschen der Seidenstraße
Im kommenden Jahr startet dann sein Weg entlang der neuen Seidenstraße bis zur Chinesischen Mauer. "Wie weit sind Pläne und Umsetzung des Projekts?" und vor allem "wie geht es den Menschen entlang der Seidenstraße?": Das seien die Fragen, die Dirrigl bei seiner Reise näher beleuchten will.

Videotagebuch der Reise
Wie es Jürgen Dirrigl auf seinem Testritt entlang der Deutsch-Deutschen Grenze bis zur Ostsee geht, kann auf seinem Blog verfolgt werden. Auch auf den gängigen Social-Media-Plattformen ist der 52-Jährige mit seinem Projekt "Vom Ländle ins Land der Mitte" zu finden, das durch Spenden finanziert wird.
Am 22.2.2022 soll es dann von Crailsheim losgehen in Richtung China. Etwa zweieinhalb Jahre später will Jürgen Dirrigl dann gemeinsam mit seinem Team an der Chinesischen Mauer ankommen.