Auf einem Podium steht die Karosserie eines futuristisch aussehenden Autos.08.09.2021  -  Autotüren mit Radarsensoren, E-Autos mit Brennstoffzellen und flexibel verstellbare Sitze: So könnte die Zukunft der Automobilbranche aussehen. Die fränkischen Automobilzulieferer setzen in Zukunft auf smarte Autos und Elektromobilität.
Auf der IAA Mobility in München präsentieren die fränkischen Automobilzulieferer ihre Innovationen. Die Firmen Bosch, Brose und Schaeffler setzen auf Elektromobilität und nachhaltige, vernetzte Technologien für Autos, teilten die Firmen am Montag (06.09.21) auf Pressekonferenzen mit.

Autotüren öffnen sich künftig automatisch
Der fränkische Automobilzulieferer Brose will mit E-Rollern den indischen Markt erobern, sagte das Unternehmen dem BR auf Anfrage. Der Konzern stellt außerdem auf der IAA Mobility flexible Sitze vor, die sich per Fernsteuerung im Innenraum verschieben lassen, sodass man sich auch auf ihnen ausruhen kann. Die Autotüren sollen sich in Zukunft mit einem Radarsensor automatisch öffnen lassen. Dafür hat Brose anstelle des Türgriffs ein neues Sensorik-System entwickelt.

Brose ist positiv gestimmt trotz Coronakrise
Das Unternehmen investiere in den kommenden Jahren allein in Franken rund 100 Millionen Euro, so Brose-Geschäftsführer Ulrich Schrickel im Interview mit dem BR. Trotz der Halbleiter- und Coronakrise blicke der Konzern positiv in die Zukunft und wolle bis 2030 seinen Umsatz verdoppeln, so der Geschäftsführer weiter.

Bosch: Brennstoffzellen besser geeignet als Batterien?
Auch Bosch zeigt auf der Messe, wie Elektromobilität und automatisiertes Fahren in Zukunft aussehen können. Für längere Strecken und schwerere Fahrzeuge sei die Brennstoffzelle besser geeignet als Strom aus der Batterie, so Bosch. Dafür investiere das Unternehmen bis 2024 rund eine Milliarde Euro, sowohl in die mobile als auch in die stationäre Brennstoffzelle, sagte Bosch-Produktmanager Achim Moritz.
Das Herzstück der Brennstoffzelle, der sogenannte Stack, wird unter anderem in Bamberg gefertigt. Dort arbeiten seit mehr als zwei Jahren rund 100 Beschäftigte an der neuen Technologie. Die mobile Brennstoffzelle soll ab dem kommenden Jahr produziert werden, die stationäre ab 2024.

Schaeffler will Robotaxis möglich machen
Der Autozulieferer Schaeffler arbeitet aktuell daran, in Zukunft den Unterbau für Robotaxis anbieten zu können. Dazu hat sich Schaeffler langfristige mit dem israelischen Unternehmen Mobileye zusammengetan. Der Autozulieferer aus Herzogenaurach stellt dabei die Fahrzeugplattform her, während Mobileye die Selbstfahrtechnik beisteuert. Eine anpassbare autonome Fahrzeugplattform soll Kunden bereits 2023 zur Verfügung stehen, teilte Schaeffler am Montag mit.
Mobileye ist eine Tochtergesellschaft des Intel-Konzerns mit Hauptsitz in Jerusalem und vor allem für ihre Kamera- und Sensorsysteme zur Erkennung der Umgebung von Fahrzeugen bekannt.

Bundeskanzlerin Merkel kommt zur IAA Mobility
Zur Eröffnung der IAA Mobility in München hat sich hoher Besuch angekündigt: Bundeskanzlerin Angela Merkel will kommen. Dort wird sie eine Rede halten und sich selbst Eindrücke der neuen Technologien und Fahrzeuge verschaffen.

Besucher können mit dem Wasserstoffauto auf der Umweltspur fahren
Zudem wird der Testbetrieb auf einer sogenannten Umweltspur zwischen Messegelände und Stadt aufgenommen. Dort können Messebesucher Testfahrten mit den neuen Autos machen, zum Beispiel in Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb.
Die IAA Mobility stellt auf verschiedenen Plätzen in München nicht nur motorbetriebene Fahrzeuge vor, auch 70 Fahrradhersteller werden ausstellen, daneben autonom fahrende Shuttlebusse der Deutschen Bahn und E-Scooter. Dennoch haben Klimaaktivisten Proteste angekündigt.